Am 14. August traf sich eine Abordnung des Schulleitungsverbandes mit der Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Frau Karen Prien.

Viele Themen, die den schulamtsgebundenen Schulen am Herzen liegen, wurden zur Sprache gebracht. Konkret ging es um unbesetzte Stellen (sowohl Lehrkräfte als auch Schulleitungen), fehlende ausgebildete Lehrkräfte, die wachsende Anzahl von anders ausgebildeten Vertretungskräften und vieles mehr.

„Wir müssen gemeinsam die nächsten Jahre gut meistern.“

Das ist der Tenor der zurzeit schwierigen Situation. Alle Schulleitungen stehen vor der Hürde, anders ausgebildete Kräfte in vorhandene Systeme zu integrieren. Dies bindet weitere Kapazitäten in bereits angespannten Personalsituationen. Hier regte der Schulleitungsverband an, auch für Vertretungskräfte mit befristeten Arbeitsverträgen Mentorenstunden zu bewilligen, damit die Unterrichtsqualität nicht weiter sinkt.

Das Ministerium denkt bereits über Anreize für bestimmte Regionen nach, um Lehrkräfte für diese Regionen zu gewinnen. In diesem Jahr ist bereits die höchste Anzahl an Referendaren seit Jahren eingestellt worden. Die Anzahl von Studienplätzen wurde bereits erhöht. Außerdem wird auch an einer Änderung des Mathematikstudiums gearbeitet.

Von Verbandsseite wurde die Anhebung der Besoldung von Grundschulleitungen angesprochen. Auch die Gehälter der Grundschulkoordinatoren und stellvertretenden Schulleitungen sollen zum Schuljahr 2019/20 und 2020/21 angehoben werden. Leitungszeit für Außenstellen und Verbundsysteme aus Grund- und Förderschule waren weitere Themen.

Das Programm zur Sanierung von Schulgebäuden soll bereits Ende September alle eingegangenen Anträge erfasst haben. Schon jetzt ist klar, dass die Mittel überzeichnet sind. Die Ministerin wird dafür werben, dass weitere Gelder bereitgestellt werden.

Fazit dieses Gespräches vonseiten des SLVSH:

Viele Probleme sind erkannt worden. Die Behebung dauert Jahre und ist ein Milliardenprojekt. Den Schulen hilft es wenig. Die GEW Vorsitzende Tepe spricht bereits von Bildungsnotstand und unser Verband sieht die Lage ähnlich dramatisch. Für die Schulleitungen im Land bedeutet es aber auch:

  • Informationen über Missstände immer an Eltern und den Schulträger (Politik und Verwaltung) weiterleiten.
  • Den Unterricht nur so lange aufrecht erhalten, wie es machbar ist und nicht auf Kosten der Gesundheit von Lehrkräften und Schüler Innen geht.
  • Gegebenenfalls als Schulleitung eine Überlastungsanzeige an das zuständige Schulamt zu schicken und verdeutlichen, dass dieses nicht die erste Wahl, sondern der letzte Schritt ist.

Der SLVSH ist sich bewusst, dass viele Schulen mit Unterbesetzung ins neue Jahr starten und teilweise denken Schulleitungen (unter Druck) darüber nach, selbst eine höhere Unterrichtsverpflichtung einzugehen. Das ist keine Lösung, die für Schulleitungen akzeptabel sein kann.

Liebe Kolleginnen und Kollegen aus den Schulleitungsteams, passen Sie gut/passt gut auf euch auf!

Wir wünschen allen einen guten Start ins neue Schuljahr!