Kurz vor Weihnachten schlugen die Wogen in der Presse hoch. „Wie gut ist die Inklusion in Schleswig Holstein?“,  „Quantität statt Qualität?“ und andere provokative Schlagzeilen bestimmten für einige Tage die Presse. Doch was war passiert? Der Landesrechnungshof hatte unter der Leitung von Frau Dr. Gaby Schäfer die Inklusion an den Schulen des Landes unter die Lupe genommen und den oben erwähnten Abschlussbericht veröffentlicht. Als Praktiker mag man sagen: Die Katze ist aus dem Sack!

Was wir in den Schulen tagein und tagaus spüren, liegt nun in Zahlen gefasst verlässlich vor. Allerdings wurden die Inhalte nicht immer verlässlich und im Gesamtkontext wiedergegeben. Dies ist Anlass genug, die Zusammenfassung des Berichts und den Ausblick auf den Handlungsbedarf hier wiederzugeben. Wir tun alle gut daran, die Fakten des Berichts an allen relevanten Stellen immer wieder in Erinnerung zu rufen und die Entscheider in der Bildungspolitik daran zu erinnern. Den kompletten Bericht findet man im Internet.

Die Zusammenfassung und den Ausblick - Handlungsbedarf für die 19. Legislaturperiode finden Sie auch in unserer

Schulleitung Aktuell Ausgabe 4/2017

 

 

Beim Auf– und Ausräumen fand ein jüngst pensionierter Kollege das Protokollbuch des Lehrervereins in Burg wieder. Und wie das beim Aufräumen häufig ist, begann er zu stöbern.

Seine interessante Entdeckung überlies er mir zu Veröffentlichung an dieser Stelle. Die Überschrift habe ich absichtlich abgeschnitten. Raten Sie einmal, aus welchem Jahr dieses Protokoll ist.

Das darin unter dem ersten Tagesordnungspunkt beschriebene Problem ist leider zur Zeit der anstehenden Personalsuche hochaktuell.

Neben kurzfristigen Lösungen der Personalnot wünschen wir uns endlich eine weitsichtige und parteiübergreifende Personalplanung,

Uwe Niekiel

Prot02

Ja, es gibt sie wirklich, die Grundschulen, an denen wegen unbesetzter Planstellen Klassen zusammengelegt werden, damit die vorgeschriebene Verlässlichkeit eingehalten werden kann. Die Situation in den strukturschwachen Gebieten spitzt sich extrem zu. Ministerielle Ideen, wie diesem Problem begegnet werden soll, sind nicht zu hören.

Als Sofortmaßnahme sieht unser Verband zwei Möglichkeiten.

  • Die Verlässlichkeit muss an Schulen, an denen x % der zugeteilten Planstellen wegen Lehrermangel unbesetzt bleiben, sofort ausgesetzt werden.
  • Für Kreise, in denen x % der regulären Planstellen nicht zu besetzten sind, wird für die Bewerber ein finanzieller Anreiz geschaffen dort zu arbeiten.

Über das x würden wir gerne mit dem Ministerium diskutieren.

In der Zeitung „Die Welt“ erschienen ein interessanter Artikel zu den Ursachen für die Probleme bei der Neubesetzung von Schulleitungsstellen.

Niemand will mehr Grundschulleiter werden vom 16. 3.2017
von Inga Michler

Endlich Würdigung ihrer verantwortlichen Tätigkeit

Bad Bramstedt. Auf der Vorstandssitzung des Schulleitungsverbandes Schleswig-Holstein (slvsh) am 21.März 2016 brach Jubel aus, als den Mitgliedern der Artikel der Kieler Nachrichten vom gleichen Tag zur Kenntnis gebracht wurde.

Der Plan des Bildungsministeriums, die Lehrkräfte an Grundschulen nach einer sonderpädagogischen Fortbildung nach A13 zu besolden fand volle Zustimmung, weil eine Anpassung der Besoldung der Funktionsträger (wie im Besoldungsgesetz für die Sekundarstufe I vorgesehen), für Schulleiterinnen und Schulleiter der Grundschulen mindestens eine Besoldung nach A14 ergeben muss.

Nach dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz sind die Anforderungen und die Ausbildungslänge für alle Lehrämter identisch. Sie enthalten auch sonderpädagogische Inhalte. Die gleichermaßen ausgebildeten Lehrkräfte an Grundschulen erhalten aber nicht dasselbe Gehalt. Dies ist nach Auffassung des Schulleitungsverbandes ungerecht. Die geplante Maßnahme des Ministeriums könnte dazu dienen, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen.